Titicaca-See

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Der Titicaca-See befindet sich mitten im peruanisch-bolivianischen Andenhochland, dem Altiplano. Er liegt 2350 Meter über dem Meeresspiegel und ist damit der höchstgelegene schiffbare See der Erde. Mit einer Fläche von 8.300 km² ist er etwa fünfzehn Mal so groß wie der Bodensee. Von den einheimischen Völkern der Quechua und Aymara wird hier Gerste, Mais, Quinoa und die Kartoffel angebaut, von der man sagt, dass hier der Ursprung des prominenten Nahrungsmittels liegt.


File 653Einheimische findet man jedoch nicht nur an den Ufern des Sees, sondern auch dort, wo man sie gar nicht erwarten mag. Mitten auf dem See schwimmen Inseln aus Schilf, die Islas flotantes. Auf ihnen ist das Volk der Uru zuhause, die ihre Heimat schon vor der spanischen Eroberung gegen die Gebietsansprüche der Aymara verteidigen mussten. Obwohl viele von ihnen mittlerweile auf dem Festland leben, sind die Uru stolz auf ihre traditionelle Lebensweise. Einige hundert der sogenannten Wassermenschen leben noch immer auf den schwimmenden Inseln in Häusern aus Schilf. Sie fangen Fisch, verkaufen bunte Stoffe an Touristen und lassen sich von ihnen gegen ein Trinkgeld fotografieren.
 

Die Inseln können von Puno aus mit Totoraschilfbooten besichtigt werden, die den Urus schon seit Jahrhunderten als Transportmittel dienten und wegen ihrer Form Tortora-Pferdchen genannt werden. Auf den festen Inseln, wie der „Isla del Sol“ und „Isla de la Luna“ auf der bolivianischen Seite des Sees liegen auch noch Relikte des Inka-Imperiums versteckt.
 

Fährt man zur Zeit des Karneval mit einem Bus den Titicaca-See entlang, um zum Beispiel von Puno aus in die bolivianische Stadt Copacabana zu gelangen, kommt man an zahlreichen geschmückten Dörfern vorbei und kann die farbenfrohen Karnevalsumzüge der Einheimischen beobachten. Wer eine Nacht bleibt und sich unter die Feiernden mischt, wird wohl die eine oder andere Verschnaufpause einlegen – denn die fröhlichen Tänze können bei der dünnen Luft ganz schön anstrengend werden.