Trujillo

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Trujillo befindet sich an der Nordküste Perus und ist zunächst einmal die Hauptstadt der Provinz Libertad. Sie ist aber auch die „Stadt des ewigen Frühlings“, da sie von der Wüste gewärmt und gleichzeitig von der Meeresluft gekühlt wird. Diego Almagro, der das Land zusammen mit Francisco Pizarro eroberte, taufte die Stadt zu Ehren Pizarros nach seiner spanischen Heimatstadt in der Provinz Extremadura.

Aufgrund seiner idealen Lage im fruchtbaren Tal des Flusses Moche, konnte sich die Stadt nach ihrer Gründung im Jahr 1534 schnell entwickeln. Viele reiche Spanier zogen hier her und bauten ihre prunkvollen Eigenheime, wodurch Trujillo sich zu der typischen peruanischen Kolonialstadt mitten im ehemaligen Gebiet prä-inkaischer Kulturen entwickelte.
Häuser im kolonialen Stil findet man in Trujillo einige, doch nur wenige wurden in der Tat von den ersten Spaniern erbaut. Fündig wird man auf der Plaza de Armas. In dem Haus mit der blau getünchten Fassade, der Casa Urquiaga soll der Befreier Lateinamerikas Simón Bolívar um 1820 für eine Weile gewohnt haben. Das gelbe Casa Bracamonte ist ebenfalls noch ein Original aus dem 19. Jahrhundert. Charakteristisch für die Zeit sind die Holzportale und die kunstvoll geschmiedeten Fenstergitter. Obwohl es zunächst anders scheint, sind die anderen farbenfrohen Häuser erst in neuerer Zeit gebaut wurden.
Aus dem späten 17. Jahrhundert ist die gelb-strahlende Kathedrale am nördlichen Ende der Plaza. Wie so viele imposante Kathedralen wurde auch die Basilica Menor, wie sie früher genannt wurde, Opfer eines schweren Erdbebens, das am 14. Februar 1619 einen Großteil der Stadt zerstörte und musste saniert werden. Einen Besuch wert ist sowohl das Innere der Kathedrale mit seinen kunstvollen Chorstühlen und dem Altar sowie das Museo Catedrático, in dem Gemälde aus der Kolonialzeit, Heiligenfiguren und Messgewänder ausgestellt werden.
Vor den Toren Trujillos ist noch eine weitere Hauptstadt zu besichtigen – eine Stadt, die einmal das Zentrum des Reiches der prä-kolumbischen Chimú Kultur gewesen ist und mit seinen 28 km² zu den größten Lehmstädten der Welt gerechnet wird. Zeugnisse der Mochicas, die sich ebenfalls im Moche-Tal befinden, sind die stufenförmige Sonnenpyramide Huaca del Sol und die mit Wandmalereien geschmückte Mondpyramide Huaca de la Luna.