Iquitos

File 701

Der Urwald im Nord-Osten Perus erstreckt sich über 80 Millionen Hektar unzählbarer Vielfalt an Pflanzen und Tierspezies. Hier, fast 2000 Kilometer weit weg von der Hauptstadt Lima, an den Ufern des wasserreichsten Flusses der Erde liegt die schwüle, exotische Stadt Iquitos, die Hauptstadt der Provinz Loreto.
Die 1747 von dem Jesuiten José Bahamonde gegründet Stadt ist umgeben von den Flüssen Nanay, Itaya und Amazonas. Das macht es nicht leicht, Iquitos überhaupt zu erreichen. Eine geteerte Straße gibt es nicht. Eine Möglichkeit ist das Flugzeug – die andere das Schiff, mit dem man die Stadt nach einer mehrtägigen, aber für jüngere Reisende sicherlich abenteuerlichen Flussfahrt erreicht.
In Iquitos erinnern noch einige prachtvolle Villen an die Glanzzeit der Stadt während des Kautschuk-Booms der 70 und 80er Jahre des 19. Jahrhunderts. Heute leben ihre Bewohner von Holzwirtschaft, Petroleum, Handel und Tourismus. Obwohl der Stadtteil Belén einer der ärmsten Gegenden Iquitos ist, wird er wegen seiner malerisch wirkenden, auf Stelzen gebauten Häuser von vielen Touristen besucht.

Die Stadt ist zwar, besonders in den Abend- und Nachtstunden, voller Leben und in den Restaurants am Malecón bietet sich die wunderbare Gelegenheit, die Sonne über dem Amazonasufer mit seinen strohbedeckten Holzhütten bei einem würzigen Filet Paiche untergehen zu sehen, doch der eigentliche Reiz der Stadt ist wohl doch ihre Umgebung.
Exkursionen in den Dschungel lohnen sich meist erst, wenn mehrere Tage gebucht werden. Somit kann die Regenwald-Stimmung sowohl in der Nacht, in einer der zahlreichen Urwald-Lodges, als auch bei Tag, während einer geführten oder auf eigene Faust unternommenen Tour genossen werden, während ein Guide über Flora und Fauna der Region aufklärt.
Gerne besucht werden der 21 000 Quadratkilomer große Parque Nacional Pacaya-Samiria, in dem die Flüsse Marañón und Ucayali zusammenfließen und der Canopy Walkway, ein 500 Meter langes System von Hängebrücken, bei der man nicht nur die verschiedenen Schichten des Regenwaldes erkunden, sondern nicht selten auch auf Affen, Papageien oder Faultiere treffen kann.