Callao

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Verlässt man Lima Richtung Westen, so gelangt man bald in eine Stadt, die ihren politischen und wirtschaftlichen Höhepunkt zwar schon hinter sich hat, aber wegen seiner allseits präsenten Hafenromantik noch immer ein besonderes Flair besitzt. Die 1537 von den Spaniern erbaute Hauptstadt der gleichnamigen Region Callao war im 17. Jahrhundert der wichtigste Verschiffungshafen von Gütern, die nach Spanien verfrachtet wurde. Hier kursierten allerlei Schätze, wie Gold, Stoffe und Gewürze. Diese zogen Piraten an, die die Stadt ausraubten, wie Sir Frances Drake es im 16. Jahrhundert bereits getan hatte, was dazu führte, dass eine Festung errichtet wurde.

Diese Festung, die Fortaleza del Real Felipa aus dem Jahr 1747 prägt noch immer das Stadtbild von Callao und kann zusammen mit dem eingegliederten Militärmuseum „Museo Histórica Militar“ besichtigt werden, in dem Uniformen- und Waffensammlungen ausgestellt werden.

An der Festung vorbei in Richtung Westen kommt man in den sympathischen Stadtteil Chucuito, einen von Fischern bewohnten und sowohl in gotischem als auch im Stil der neuen Renaissance gehalten kleinen Ort.
Der schönste Stadtteil Callaos ist aber die Halbinsel La Punta, die sich weit in das Meer hineinzieht und an dessen Flanken die Brandung gegen die Molen schäumt. Der Ort ist ideal für Spaziergänge entlang der Strandpromenade, die von Häusern aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, kleinen Gärten und Palmen gesäumt wird.
 
Von der Halbinsel aus werden Ausflüge auf die Inseln San Lorenzo, Palomino und Cavinzas angeboten. Hier kann das beschauliche Seeleben eines intakten Ökosystems beobachtet werden, in dem Seelöwen und Singvögel ihr Zuhause haben.