Sehenswürdigkeiten in Peru

Für Peru-Reisende gibt es ein Ziel, das alle anderen Sehenswürdigkeiten des Landes bei weitem überschattet und jährlich tausende Touristen aus aller Welt anzieht: „Machu Picchu“. Die sagenumwobene Stadt in den Anden im Süden von Peru repräsentiert die Baukunst und Religion der Inka wie kaum eine andere Stätte, die die präkolumbischen Könige der Nachwelt hinterließen. Über Jahrhunderte lag sie auf dem Berg hinter dem dicht bewachsenen Urubambatal versteckt, bis sie Anfang des 20. Jahrhunderts endlich offiziell entdeckt und für Touristen zugänglich gemacht wurde – bis heute ist ihre genaue Bedeutung jedoch unklar.

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Machu Picchu ist nicht das einzige Rätsel in Peru, das der modernen Forschung Rätsel aufgibt. Soviel man bisher über die Gebräuche und fortschrittliche Wissenschaft der Inka in Erfahrung bringen konnte, so ist doch noch immer unbekannt, wie sie es fertig brachten, Städte und heutige Sehenswürdigkeiten wie Saqsaywaman und die umliegenden Festungen ohne die Hilfe des Rades zu erbauen. Auf einer Wanderung entlang der originalen Inka-Pfade, wie dem Inka-Trail, kann man viele dieser architektonischen Wunderwerke von Peru bestaunen. Besonders in der Hauptstadt des alten Reiches, Cusco, und in ihrer Umgebung findet man in jedem Wäldchen, jedem Tal und in sämtlichen Dörfern, wie Ollantaytambo, Pisac und Chinchero Sehenswürdigkeiten aus der präkolumbischen Hochkultur.

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Das Mysterium „Inka“ überstrahlt leider häufig die Kulturen, die das alte Peru schon lange vor ihnen bewohnten und die „Sonnenkinder“ erst zu ihrem Ruhm geführt haben. In den nördlichen Regionen von Peru liegen beeindruckende Festungen, wie Kueláp, die von den Chachapoya im Süden der Amazonas-Region erbaut wurde und wegen ihrer fortschrittlichen Bauweise auch das Machu Piccu des Nordens genannt wird.
Etwas südlicher in der Region La Libertad lebte das Volk der Chimú. Sie erbauten eine der größten Lehmstädte der Erde, die erst von den Inka und später von den Spaniern eingenommen wurde, „Chan Chan“. Die riesige Anlage wird nach und nach restauriert. Zur Besichtigung ist einer der Hauptbezirke „Tschudi“ und ein Besucherzentrum freigegeben, das die Entstehung und das Schicksal der geheimnisvollen Stadt nachzeichnet.
Ein wahres Wunder haben auch die Völker der Paracas und Nazca erschaffen, das erst in den 20er Jahren mit den ersten Fluglinien entdeckt wurde, die die Nazca-Wüste überquerten. Allein aus der Luft sind die riesigen Nazca-Linien zu erkennen, die zum Teil nur einige Zentimeter tief in die Erde gescharrt wurden. Sie zeigen Tiere, wie einen Affen, eine Spinne oder einen Kolibri oder einfach nur geometrische Formen, die aus kilometerlangen Linien bestehen.

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Auch im Süden von Peru lebten Völker, deren Ursprünge lange vor den Inka begannen. Einige wenige leben noch heute nach uralten Traditionen in ihren ursprünglichen Lebensräumen, wie die Uru auf den kleinen schwimmenden Inseln auf dem Titicacasee oder ein paar Quechua und Aymara- Gemeinden in den Tiefen des Colca Canyons. Viele haben sich allerdings der modernen Welt geöffnet, indem sie Touristen an ihrem Leben teilhaben lassen und für ein kleines Trinkgeld in ihren typischen Gewändern für Fotos posieren.
Neben seinen archäologischen und kulturellen Besonderheiten gibt es in Peru zahlreiche Nationalparks, die die ökologische Vielfalt des Landes schützen, von ihrem Erscheinungsbild unterschiedlicher kaum sein können und zu den Sehenswürdigkeiten des Landes zählen. Während sich der Nationalpark Huascarán mitten in der Cordillera Blanca, also den schneebedeckten Bergen der Anden befindet, und Bergseen, Gletscher und seltene Tierarten beschützt, reicht der Nationalpark Manú bis in das Amazonasgebiet hinab. Hier leben nicht nur außergewöhnliche Spezies, wie der Riesenotter und die Flussschildkröte, sondern auch noch indianische Stämme der Quechua, Matsiguenka oder Amahuaca, deren natürlicher Lebensraum in Peru durch die Industrialisierung des Landes immer weiter eingeschränkt wird.