Saqsaywaman

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Etwa 2 km nordöstlich der Stadt Cusco beginnt der archäologische Park Sacsayhuaman, der mehrere Ruinenstätten in sich vereint. Die Festung „des zufriedenen Falken“ wurde im 15. Jahrhundert von den Inkas Pachacutec und Tupac Yupanqui erbaut – und das über mehrere Jahrzehnte. Über 30.000 Sklaven arbeiteten an den 600m langen und 24 Meter hohen Festungsmauern, die sich in zyklischen Wellenlinien durch die Landschaft ziehen. Betrachtet man die Beschaffenheit der einzelnen Felsbrocken, so erkennt man, mit welch meisterhafter Baukunst hier vorgegangen wurde. Die tonnenschweren Steine sind so präzise behauen, dass keine Rasierklinge zwischen sie passt – und das noch nach über 500 Jahren und, soweit man heute weis, ohne die Hilfe des Rads.
File 692Der Zweck der Festung ist nicht genau geklärt, viele Theorien gehen von einer militärischen Festung aus, andere von einer Lagerstätte für Waffen oder einem Versammlungsplatz. Das Innere der Anlage glich einem Labyrinth aus Gängen und Winkeln, das durch ein aus Granit gemauertem Eingangstor betreten wurde – leider ist von jenem Labyrinth so gut wie nichts mehr übrig, das es von den Spaniern als Steinbruch für die Erbauung ihrer Kirchen und Kolonialbauten genutzt wurde.

In Sacsayhuaman wird jedes Jahr am 24. Juni das Inti Raymi Fest - der Tag der Wintersonnenwende gefeiert, an dem das Reich der Inka und ihre Gebräuche mit vielen Details und aufwendigen Kostümen nachgestellt werden.
Zum Park gehören neben Sacsayhuaman noch das Labyrinth Quenko, die rote Festung Puca Pucara und das Wasserheiligtum Tambomachay. Es sind Zeugnisse der fortgeschrittenen Organisation des Inka-Reiches und ihres ausgeprägten Totenkultes. So besteht Quenko aus einem zeremoniellen Vorplatz, der einem Amphitheater gleicht. Von dem mit Tiermustern geschmückten Kalkfelsen führt eine Opferrinne hinab in eine Höhle, in der wahrscheinlich Tote einbalsamiert wurden. Quenko war also vermutliche eine Tempelanlage, in der Totenriten zelebriert wurden, die für die Inka von äußerster Wichtigkeit waren. Puca Pucara scheint ein Ort der Waffenlagerung oder eine Art Herberge für Soldaten gewesen zu sein – ein sogenannter Tambo. Die Inka errichteten sie in regelmäßigen Abständen von einem Tagesmarsch auf einem beladenen Lama an den Wegrändern, wo sie als Raststätten dienen sollten.