Kuélap

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Einer der imposantesten archäologischen Orte im Norden Perus ist die Festung Kuelap, die von den Chachapoya, um 1000 nach Chr. herum erbaut wurde und auch Elemente inkaischer Architektur beinhaltet. Die Anlage ist verhältnismäßig unerforscht. Noch immer wird hier gegraben und nach der wirklichen Funktion der Anlage geforscht, denn ob es sich hierbei in der Tat um eine Festung handelt, ist bisher noch nicht bewiesen.

Die auf ca. 3.000 Meter gelegene Anlage wurde mit bis zu 200 kg schweren Granitblöcken gebaut. Sie ist von einer Festungsmauer umgeben und besteht aus verschiedenen Ebenen und Stadtvierteln, die nur über drei schmale Zugänge betreten werden können. Die drei Ebenen entsprachen wahrscheinlich dem sozialen Stand ihrer Bewohner, also dem Adel, der die erste Ebene bewohnte, dem Militär, in der mittleren Ebene und dem einfachen Volk, das in der untersten Ebene seine Häuser hatte. Wie Machu Picchu verfügte auch Kuelap über ein unterirdisches Kanalsystem, mit dem das Wasser aus der Quelle in die Festung geleitet wurde.

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Die Häuser der Chachapoya waren für gewöhnlich rund oder oval. Innerhalb der Festung befinden sich auch ein rechteckiges und ein kegelförmiges Bauwerk, welche den Wissenschaftlern Rätsel aufgeben. Das eckige „Castillo“, das Schloss, könnte als Mausoleum oder Versammlungsort gedient haben. Für das Mausoleum sprechen die Gräber, die man dort noch mit samt ihren Mumien gefunden hat. Das „Tintero“, das Tintenfass, ist in seiner Bedeutung noch umstrittener. Da man hier Tierknochen fand, könnte der kegelförmige Bau nach Meinungen mancher Wissenschaftler ein Raubtiergehege, eine Opferstätte und vieles mehr gewesen sein. Einen Panoramablick auf die Festung Kuelap geben die Wachtürme, wie zum Beispiel „El Torreón“ an der Nordseite der Festung. Von hier aus kann man auch auf die umliegenden Dörfer blicken, darunter La Jalca, einem Dorf in dem eine Kirche aus dem 16. Jahrhundert, verziert mit Chachapoya-Symbolen bewundert werden kann.
Kuelap wurde kurz vor der spanischen Eroberung von den Inka unterworfen. Dies kam ihnen im Laufe des spanischen Siegeszuges teuer zu stehen, da sich die Chachapoya, wie viele präinkaische Stämme den Spaniern anschlossen. Viele von ihnen starben jedoch an europäischen Krankheiten, wie den Masern und den Pocken.