Inka Trail

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Das gesamte Inka-Reich, vom Süden Kolumbiens und Ecuadors, über Peru, Bolivien, Argentinien, ja bis hinab nach Chile, war durchzogen von den Pfaden der Inka auf denen die sogenannten Chaskis, durchtrainierte Läufer, wichtige Nachrichten von einer Stadt in die nächste trugen. Die beiden Hauptpfade liefen entlang der Küste und über den Rücken der Anden – der bekannteste von ihnen scheint aber jener zu sein, der am Ufer des Flusses Urubamba am Bahnkilometer 82 nach Machu Picchu führt. 1942 stieß eine schwedische Expedition auf den Pfad und machte ihn wieder für Touristen zugänglich. Nun ist der sogenannte Inka-Trail der meistbegangene Pfad Südamerikas, den Menschen verschiedenster Herkunft entlang pilgern, um am Ende durch das Sonnentor Inti Punku zu treten, die in die heilige Stadt Machu Picchu führt.

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Seit 2001 darf der Weg aber nur noch mit geführten Touren begangen werden und seit 2004 ist die Anzahl derer, die auf ihm gehen dürfen auf 500 Personen pro Tag begrenzt. Dies liegt an den teilweise noch original erhaltenen Wegen, die vor Abnutzung und vor allem vor Verschmutzung durch Abfälle geschützt werden sollen. Wer eine der begehrten Wanderungen gebucht hat, den führt die Route über vier Tage und etwas 43 Kilometer parallel am Urubamba-Tal vorbei, über Gebirgspässe und Zahlreiche inkaische Stätten, wie Runkuracay, Sayacmarca, Wiñay Wayna und Phuyupatamarca.
Man betritt den Pfad, indem man die Brücke bei Kusicancha überquert. Der erste Tag in die Dörfer Wayllabamba und Llullucha ist noch leicht zu bewältigen. An den folgenden Tagen geht es dann bis zu 4.200 Meter hinauf zum Warmiwañiusca, dem Pass der toten Frau auf dem eine wunderbare Aussicht alle Anstrengungen vergessen lässt. Die darauf folgenden Tage sind geprägt von den Ruinen der Inka. So sieht man Stätten, wie Runkuracay, die auf 3.800 Meter Höhe liegt und wahrscheinlich als Wachturm diente oder die Bewässerungskanäle der Inkazitadelle Sayaqmarca. Auf einer Höhe von 3.700 Meter Höhe liegt der Pass von Phuyupatamarca und eine Festung, an deren oberen Ende ein wunderbarer Ausblick über das Urubamba-Tal und Wasserquellen, grüne Abhänge und die Ruinen wartet.
 

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Auf nun schon bald angenehmen 2600 m Höhe wartet eine der prächtigsten Ruinenstätten vor Machu Picchu selbst darauf bestaunt zu werden. Die Ruinen von Wiñay Wayna „Immer jung“ liegen auf Terrassenfeldern, die von den Inka an einem Hang angelegt wurden, von dem man aus genau auf den Urubambafluss blickt und auf denen Mais und Getreide, wahrscheinlich für die Bevölkerung von Machu Picchu angebaut wurde. Neben den Terrassen stehen hier Wohnhäuser und ein religiöser Bezirk.
Der Inka-Trail sollte in der Hochsaison bis zu drei Monaten früher gebucht werden – die Plätze werden personengebunden an Touristen weitergegeben und können nicht übertragen werden. Sind sie einmal voll, ist es nicht möglich, noch einen Platz zu ergattern. Im Februar ist der Inka-Trail für Instandhaltungs-Arbeiten geschlossen.