Chan Chan

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Chan Chan war eine der größten aus Lehm erbauten Städte der Welt. Über mehr als 20 km² erstreckte sich die Hauptstadt der Chimú, die nach der Eroberung der Inka zunehmend an Glanz verlor und bei der Ankunft der Spanier nur noch ein trauriges Abbild von dem lieferte, was sie einmal war. Besonders seit dem 20 Jahrhundert ist Chan Chan durch die veränderten Wetterbedingungen, wie den starken Regenfällen des Naturphänomens „El Niño“ vom Verfall bedroht und steht damit auf der Roten Liste des gefährdeten Naturerbes der UNESCO. Chan Chan liegt mitten im Moche-Tal zwischen dem Badeort Huanchaco und Trujillo, der Hauptstadt der Region.

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Nur die zentralen Bezirke der Anlage, die einst zehntausende von Personen fassen konnte, sind heute noch erhalten und geben eine leise Ahnung von der Pracht, die das präkolumbische Volk der Chimú erschaffen hat. Die Stadt war hochorganisiert und wurde von verschiedenen Bevölkerungsschichten bewohnt, die jeweils für sie erbaute Gebäude und Bezirke bewohnten. Das Herz von Chan Chan besteht aus durchschnittlich 15 Hektar großen und von Mauern umschlossenen Bezirken und einzelnen Pyramiden. Die hohen Mauern sind kunstvoll bemalt oder mit Reliefs verziert, die Fische, Vögel und mythische Figuren darstellen. Um die zentralen Bezirke herum findet man noch Reste von Kanälen, Friedhöfen und kleinen Mauern.

Zur Besichtigung ist nur der Bezirk „Tschudi“ freigegeben. Der nach dem Schweizer Forscher Johann von Tschudi benannte Palastbezirk ist bisher am besten restauriert und eines der Zeugnisse der tiefen Religiosität der Chimú. Hier befanden sich Gebetshallen, Zeremonienplätze und eine Grabstätte, in der wertvolle Beigaben gefunden wurden. Die Chimú waren geschickte Goldschmiede, die prächtige Totenmasken, Gefäße für rituelle Zwecke und Schmuckstücke, wie Ketten und Armreifen anfertigten. Innerhalb der Ruinen von Chan Chan befindet sich ein Besucherzentrum, in dem Funde aus den Ruinen, wie Keramiken und Textilien besichtigt werden können. Ein weiterer Teil der Ausstellung ist die Entwicklung der präkolumbischen Kulturen von den ersten Werkzeugen bis hin zu den Handwerkskünsten der Moche und Chimú. Auch die Geschichte der Stadt Chan Chan selbst wird anhand von Filmen und Slide-Shows anschaulich aufgearbeitet.